Influenza-Schnelltest: Ablauf und Aussagekraft

Was ist ein Influenza-Schnelltest?

Ein Influenza-Schnelltest ist ein diagnostisches Verfahren, mit dem sich eine Infektion mit Influenzaviren (echte Grippe) innerhalb weniger Minuten direkt in der Ordination nachweisen lässt. Der Test weist virale Proteine (Antigene) aus einem Nasen- oder Rachenabstrich nach und ermöglicht eine rasche Abgrenzung gegenüber klassischen, viralen Erkältungsinfekten.

Gerade in den Wintermonaten, wenn grippale Infekte, Husten und fieberhafte Atemwegserkrankungen gehäuft auftreten, hilft das Verfahren bei der unmittelbaren Einordnung der Beschwerden. Es ersetzt keine umfassende pneumologische Untersuchung, liefert aber innerhalb kurzer Zeit eine medizinische Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen.

Wann ist ein Test sinnvoll?

Gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) und der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) ist eine frühzeitige Diagnostik insbesondere bei typischen, akut einsetzenden Grippesymptomen sinnvoll:

  • plötzliches, hohes Fieber, oft über 38,5 °C
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl und starke Abgeschlagenheit
  • ausgeprägte Muskel-, Gelenk- und Gliederschmerzen
  • trockener Reizhusten
  • ausgeprägte Hals- und Kopfschmerzen

Die klinische Abgrenzung zu einem grippalen Infekt oder einer Bronchitis ist allein anhand der Symptome häufig schwierig. Eine rasche Diagnosesicherung ist vor allem für Risikopatient:innen relevant, etwa bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma, bei höherem Alter oder bei geschwächtem Immunsystem.

Der therapeutische Nutzen: Eine spezifische, leitliniengerechte antivirale Therapie – etwa mit Neuraminidase-Hemmern – kann nur dann wirksam eingeleitet werden, wenn die Diagnose innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn gestellt wird. Ein früher Testzeitpunkt ist deshalb entscheidend.

Ablauf des Tests in der Ordination

Der Ablauf ist unkompliziert und beansprucht nur wenig Zeit:

  1. Anamnese und Untersuchung: Zunächst werden die aktuellen Beschwerden erfasst und Lunge sowie Atemwege gezielt pneumologisch untersucht.
  2. Gezielter Abstrich: Wissenschaftliche Leitlinien zeigen, dass ein tiefer Nasen-Rachen-Abstrich eine deutlich höhere Treffsicherheit aufweist als ein reiner Rachenabstrich. Der Abstrich wird daher primär über die Nase entnommen und dauert nur wenige Sekunden.
  3. Auswertung: Die Probe wird direkt auf die Testkassette aufgebracht.
  4. Befundbesprechung: Das Ergebnis liegt nach rund 15 Minuten vor und fließt unmittelbar in die Therapieplanung ein.

Der gesamte Ablauf lässt sich in der Regel in einem einzigen Ordinationstermin durchführen, sodass Diagnostik und ärztliche Beratung direkt ineinandergreifen.

Der 3-fach-Kombitest: Influenza, COVID-19 und RSV

Atemwegssymptome können in den Wintermonaten durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. In der Ordination kommt daher standardmäßig ein Multiplex-Verfahren zum Einsatz, ein 3-fach-Kombischnelltest. Mit einem einzigen Abstrich wird gleichzeitig untersucht auf:

  • Influenza A und B (echte Grippe)
  • SARS-CoV-2 (COVID-19)
  • RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus, relevant bei schweren Atemwegsinfekten)

Dieses differenzierte Verfahren vermeidet Doppeltestungen und liefert die diagnostische Einordnung in einem Schritt.

Zuverlässigkeit des Ergebnisses und Unterschied zur PCR-Untersuchung

Wie bei allen Antigen-Schnelltests sind die Grenzen der Testgenauigkeit zu berücksichtigen. Ein positives Testergebnis besitzt während einer Grippewelle eine hohe Aussagekraft.

Antigen-Schnelltests weisen jedoch im Vergleich zum Goldstandard, der PCR-Laboruntersuchung, eine geringere Empfindlichkeit (Sensitivität) auf. Die PCR-Testung beruht auf dem molekularbiologischen Nachweis des viralen Erbguts, erfasst auch geringere Virusmengen und benötigt dafür die Auswertung im Labor. Das bedeutet: Ein negatives Schnelltestergebnis schließt eine Influenza- oder RSV-Infektion nicht zu hundert Prozent aus, insbesondere bei noch geringer Viruslast zu Krankheitsbeginn.

Das Testergebnis wird daher immer im Zusammenhang mit dem klinischen Bild bewertet, also mit den geschilderten Symptomen und dem Untersuchungsbefund. Bei schweren Verläufen oder bei Risikopatient:innen wird bei negativem Schnelltest eine ergänzende molekularbiologische Diagnostik (PCR-Test im Labor) veranlasst.

Kosten und Abrechnung

In Österreich sind differenzierende Antigen-Schnelltests auf Influenza und RSV nach den Vorgaben der Krankenkassen keine reguläre Kassenleistung und werden als Privatleistung abgerechnet.

Der 3-fach-Kombitest auf Influenza, COVID-19 und RSV steht in der Ordination als Privatleistung zur Verfügung. Die Kosten belaufen sich derzeit auf 20,– Euro, inklusive Probenahme, Testkit und Auswertung.

Die lungenfachärztliche Grunduntersuchung sowie alle weiteren pneumologischen Kassenleistungen werden wie gewohnt direkt mit Ihrer Krankenkasse abgerechnet – die Ordination ist für alle Kassen zugelassen.

Weiteres Vorgehen nach dem Testergebnis

Fällt der Test positiv aus, wird umgehend die passende, leitliniengerechte Therapie eingeleitet – von der gezielten symptomatischen Linderung über eine antivirale Medikation bis hin zu einer engmaschigen Kontrolle, um Komplikationen wie eine Lungenentzündung zu vermeiden.

Bleibt das Testergebnis negativ, bestehen die Beschwerden jedoch fort oder verschlechtern sich, wird die pneumologische Ursachenabklärung fortgeführt. Dazu gehört unter anderem der Ausschluss bakterieller Infektionen und die Abgrenzung zu anderen Atemwegserkrankungen wie einer Bronchitis.

Wenn Sie akute Grippesymptome bemerken oder eine Abklärung Ihrer Atemwegsbeschwerden wünschen, können Sie über die Seite Termin buchen einen Termin in der Ordination in 1200 Wien vereinbaren.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis das Ergebnis des Influenza-Schnelltests vorliegt?

Das Ergebnis liegt nach rund 15 Minuten vor und kann direkt im selben Ordinationstermin besprochen werden.

Tut der Abstrich für den Schnelltest weh?

Der tiefe Nasen-Rachen-Abstrich kann kurz unangenehm sein, ist aber nicht schmerzhaft und dauert nur wenige Sekunden.

Wird der Influenza-Schnelltest von der Kasse übernommen und was kostet er?

Differenzierende Antigen-Schnelltests sind in Österreich keine reguläre Kassenleistung. Der Test wird daher als Privatleistung abgerechnet und kostet derzeit 20,– Euro inklusive Probenahme, Testkit und Auswertung. Die lungenfachärztliche Untersuchung selbst wird für alle Kassen direkt verrechnet.

Wird beim Abstrich auch auf COVID-19 und RSV getestet?

Ja. In der Ordination kommt ein 3-fach-Kombitest zum Einsatz, der mit einem einzigen Abstrich gleichzeitig auf Influenza A und B, SARS-CoV-2 und RSV untersucht.

Kann ein negativer Schnelltest eine Grippe ausschließen?

Nicht vollständig. Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht sicher aus, insbesondere bei niedriger Viruslast oder sehr frühem Testzeitpunkt. Bei Risikopatient:innen wird dann eine ergänzende PCR-Untersuchung veranlasst.