Schnarchen und Atemaussetzer: Schlafapnoe-Screening in 1200 Wien

Schnarchen ist weit verbreitet und für sich genommen meist harmlos. Wenn jedoch zum Schnarchen nächtliche Atemaussetzer, ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder unerholsamer Schlaf hinzukommen, kann eine Schlafapnoe dahinterstecken. Diese Erkrankung bleibt häufig lange unentdeckt, obwohl sie gut behandelbar ist.

Mit einem Schlafscreening, der sogenannten ambulanten Polygraphie, lässt sich ein Verdacht auf Schlafapnoe einfach und zuverlässig abklären. Die Messung erfolgt über Nacht bei Ihnen zu Hause, in Ihrer gewohnten Schlafumgebung.

Was ist eine Schlafapnoe?

Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlafft die Muskulatur im Rachen während des Schlafs so stark, dass die oberen Atemwege sich wiederholt verengen oder ganz verschließen. Die Atmung setzt dann für mehrere Sekunden aus, und der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Der Körper reagiert mit einer kurzen Weckreaktion, die meist nicht bewusst wahrgenommen wird, und die Atmung setzt wieder ein, oft mit einem lauten Schnarchgeräusch.

Diese Atemaussetzer können sich viele Male pro Stunde wiederholen. Der Schlaf wird dadurch immer wieder unterbrochen und ist nicht mehr erholsam, auch wenn die Betroffenen selbst nichts davon bemerken.

Schnarchen oder Schlafapnoe: Woran erkenne ich den Unterschied?

Nicht jedes Schnarchen ist ein Hinweis auf eine Schlafapnoe. Folgende Anzeichen sprechen jedoch dafür, die Ursache abklären zu lassen:

  • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Pausen
  • Von Partner:innen beobachtete Atemaussetzer im Schlaf
  • Plötzliches Aufschrecken mit Luftnot oder Würgegefühl
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder Einschlafen in ruhigen Situationen, etwa beim Lesen oder Fernsehen
  • Unerholsamer Schlaf trotz ausreichender Schlafdauer
  • Morgendliche Kopfschmerzen oder Mundtrockenheit
  • Konzentrationsprobleme, Gereiztheit oder Leistungsabfall
  • Häufiges nächtliches Wasserlassen

Besonders häufig betroffen sind Menschen mit Übergewicht, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schlafapnoe kann aber auch bei schlanken Personen auftreten.

Warum sollte eine Schlafapnoe behandelt werden?

Eine unbehandelte Schlafapnoe ist mehr als ein Schlafproblem. Die wiederholten Sauerstoffabfälle und Weckreaktionen belasten Herz und Kreislauf. Langfristig steigt dadurch das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Hinzu kommt die Tagesmüdigkeit: Sie beeinträchtigt die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit und erhöht das Unfallrisiko, insbesondere im Straßenverkehr.

Wichtig: Wenn Sie beim Autofahren mit Müdigkeit oder Sekundenschlaf kämpfen, sollten Sie bis zur Abklärung nicht selbst fahren.

Was ist eine ambulante Polygraphie?

Die ambulante Polygraphie ist ein Schlafscreening, das Sie zu Hause durchführen. Das kleine, tragbare Messgerät wird Ihnen in der Ordination angelegt, und Sie tragen es über Nacht. Es zeichnet folgende Werte auf:

  • Atemfluss über eine dünne Nasenbrille
  • Atembewegungen von Brustkorb und Bauch über zwei elastische Gurte
  • Sauerstoffsättigung und Puls über einen Fingerclip
  • Schnarchgeräusche und Körperlage

Aus diesen Daten lässt sich erkennen, wie oft die Atmung im Schlaf aussetzt oder flacher wird, wie stark dabei der Sauerstoffgehalt im Blut absinkt und ob die Aussetzer zum Beispiel nur in Rückenlage auftreten.

Ablauf des Schlafscreenings

  1. Vorgespräch und Voruntersuchung: Im ersten Termin besprechen wir Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen und Schlafgewohnheiten. Zusätzlich untersuchen wir Ihre Lunge, unter anderem mit einem Lungenfunktionstest. So lassen sich Lungenerkrankungen erkennen, die die Atmung im Schlaf ebenfalls beeinflussen können.
  2. Anlegen und Einschulung: Am Tag der Messung legen wir Ihnen das Gerät in der Ordination an und erklären Ihnen genau, worauf Sie bis zum nächsten Morgen achten müssen.
  3. Messnacht zu Hause: Sie gehen zur gewohnten Zeit schlafen. Das Gerät zeichnet die Werte selbstständig auf.
  4. Rückgabe: Am folgenden Tag bringen Sie das Gerät in die Ordination zurück. Fällt dieser Tag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, erfolgt die Rückgabe am nächsten Werktag. Den genauen Rückgabetermin teilen wir Ihnen bei der Übergabe mit.
  5. Auswertung und Befundbesprechung: Die Aufzeichnung wird fachärztlich ausgewertet und das Ergebnis in einem Folgetermin mit Ihnen besprochen.

Wie wird das Ergebnis beurteilt?

Der wichtigste Wert ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Er gibt an, wie oft pro Stunde die Atmung aussetzt (Apnoe) oder deutlich flacher wird (Hypopnoe):

  • unter 5 pro Stunde: unauffällig
  • 5 bis 15 pro Stunde: leichtgradige Schlafapnoe
  • 15 bis 30 pro Stunde: mittelgradige Schlafapnoe
  • über 30 pro Stunde: schwergradige Schlafapnoe

Für die Beurteilung zählen aber nicht nur die Zahlen. Auch das Ausmaß der Sauerstoffabfälle, Ihre Beschwerden, die Ergebnisse der Lungenuntersuchung und Begleiterkrankungen fließen in die Einschätzung ein, welche Behandlung sinnvoll ist.

Polygraphie oder Schlaflabor?

Die ambulante Polygraphie ist ein bewährtes Verfahren, um eine Schlafapnoe festzustellen oder auszuschließen. Im Schlaflabor wird mit der Polysomnographie zusätzlich die Hirnaktivität gemessen. Damit lassen sich auch Schlafstadien und andere Schlafstörungen erfassen.

Für die meisten Patient:innen mit Verdacht auf Schlafapnoe ist die Polygraphie der richtige erste Schritt. Sie ist unkompliziert und findet in der gewohnten Umgebung statt. Ist das Ergebnis unklar, bestehen trotz unauffälliger Messung deutliche Beschwerden oder ist eine Therapie notwendig, erfolgt eine Zuweisung ins Schlaflabor.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und den individuellen Umständen. Mögliche Maßnahmen sind:

  • CPAP-Therapie: Eine Atemmaske hält mit leichtem Überdruck die Atemwege im Schlaf offen. Sie ist die wirksamste Behandlung der mittel- und schwergradigen Schlafapnoe und wird im Schlaflabor eingestellt.
  • Unterkieferschiene: Eine zahnärztlich angepasste Schiene schiebt den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorne. Sie kommt vor allem bei leichter bis mittelgradiger Schlafapnoe infrage.
  • Lagetherapie: Wenn die Atemaussetzer überwiegend in Rückenlage auftreten, können Hilfsmittel helfen, die Rückenlage zu vermeiden.
  • Allgemeine Maßnahmen: Gewichtsreduktion, Verzicht auf Alkohol am Abend und auf Schlafmittel können die Beschwerden deutlich verbessern.

Schlafscreening in der Ordination in 1200 Wien, Brigittenau

In unserer lungenfachärztlichen Ordination im 20. Bezirk bieten wir das Schlafscreening mittels ambulanter Polygraphie an. Als Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie beurteilen wir dabei auch mögliche Zusammenhänge mit Lungenerkrankungen, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wir sind eine Kassenordination für alle Kassen. Einen Überblick über unser gesamtes Angebot finden Sie auf der Seite Leistungen sowie im Beitrag zu den Aufgaben und Leistungen eines Pneumologen.

Wenn Sie oder Ihr:e Partner:in Schnarchen mit Atemaussetzern bemerken oder Sie tagsüber ständig müde sind, können Sie direkt über die Seite Termin buchen einen Termin vereinbaren. Bei Fragen steht Ihnen das Praxisteam auch über die Kontaktseite zur Verfügung.

Häufige Fragen

Ist Schnarchen gefährlich?

Einfaches, gleichmäßiges Schnarchen ist meist harmlos. Kommen Atemaussetzer, ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder unerholsamer Schlaf hinzu, sollte eine Schlafapnoe abgeklärt werden, da sie unbehandelt Herz und Kreislauf belastet.

Muss ich für das Schlafscreening im Schlaflabor übernachten?

Nein. Die ambulante Polygraphie führen Sie zu Hause in Ihrer gewohnten Umgebung durch.

Wie läuft die Geräteübergabe ab?

Das Gerät wird Ihnen in der Ordination angelegt, und Sie werden genau eingeschult, worauf Sie bis zum nächsten Morgen achten müssen. Danach gehen Sie mit dem Gerät nach Hause.

Wann muss ich das Gerät zurückbringen?

Am folgenden Tag. Fällt dieser auf ein Wochenende oder einen Feiertag, bringen Sie das Gerät am nächsten Werktag zurück. Den genauen Rückgabetermin besprechen wir bei der Übergabe mit Ihnen.

Warum wird vorher die Lunge untersucht?

Auch Lungenerkrankungen wie COPD können die Atmung und die Sauerstoffversorgung im Schlaf beeinträchtigen. Die Voruntersuchung hilft, die Ergebnisse des Schlafscreenings richtig einzuordnen.

Kann ich mit dem Gerät überhaupt schlafen?

Ja. Nasenbrille, Gurte und Fingerclip sind leicht und stören die meisten Menschen kaum. Auch eine Nacht mit etwas weniger Schlaf als üblich reicht in der Regel für eine aussagekräftige Messung aus.

Was muss ich am Abend der Messung beachten?

Gehen Sie zur gewohnten Zeit schlafen und verzichten Sie auf Alkohol und, sofern möglich, auf Schlafmittel. Ihre regulären Medikamente nehmen Sie wie gewohnt ein. Alles Weitere erklären wir Ihnen bei der Einschulung.

Wann erhalte ich das Ergebnis?

Die Aufzeichnung wird fachärztlich ausgewertet und das Ergebnis in einem Folgetermin mit Ihnen besprochen, gemeinsam mit den nächsten Schritten.

Was passiert, wenn eine Schlafapnoe festgestellt wird?

Je nach Schweregrad besprechen wir mit Ihnen die passende Behandlung. Bei mittel- bis schwergradiger Schlafapnoe erfolgt in der Regel eine Zuweisung ins Schlaflabor zur Einstellung einer CPAP-Therapie.